Hilfe in Indonesien

1991 reiste ich mit meinem Onkel Herbert noch Indonesien, um dort Land und Leute kennen zu lernen. Unter anderem führte unsere Reise auch nach Bandung auf Java. In Bandung lernten wir Dedi kennen, der uns einen Tag durch Bandung und Umgebung führte.  Dedi’s größter Wunsch war, Englisch zu lernen. Daher entwickelte sich eine langjährige Brieffreundschaft.

Dedi hat inzwischen eine Familie gegründet. Er ist Vater von drei Mädchen Rofi, Rahmi und seit kurzem Raihana. Mehr recht und schlecht schlägt sich die Familie durch Leben.  Sie leben unterhalb der Armutsgrenze.  Allein schon das Porto für einen Brief nach Deutschland oder die Gebühr im Internetcafe ist ein Problem.

Seit letztem Herbst geht es der Familie finanziell noch schlechter. Bei der Geburt der dritten Tochter Raihana gab es unerwartet Komplikationen.  Seine Frau kämpfte ums Überleben und war lange im Krankenhaus. Eine weitere Operation war notwendig, bis sie einigermaßen wieder auf den Beinen war.

Für die Familie ist das finanziell ein Disaster, da die Kosten für Krankenhaus und Operation für Dedi nicht bezahlbar waren.  Er weiss nicht mehr, wie er seine Familie satt bekommen kann. Vor allem die kleine Raihana kann nicht gestillt werden. Daher ist die teure Babyersatznahrung zu kaufen. Rofi und Rahmi helfen Dedi, Snacks zu verkaufen. Für Dedi ist es fraglich, ob er weiterhin das Schulgeld bezahlen kann.

Um zu gewährleisten, dass Rofi und Rahmi weiterhin zur Schule gehen können und Raihana ihre Milch bekommt, hat Sahayata e.V. im Mai 2012 entschieden, die drei Mädchen zu unterstützen, bis die Schulden soweit abbezahlt sind.

Armut in Indonesien

Indonesien gehört zu den ärmsten Ländern Südostasiens. Dies ist nicht zuletzt im Zusammenhang der Tsunami-Katastrophe deutlich geworden, als die enormen sozialen Probleme besonders deutlich zu Tage traten. Es ist unbestreitbar, dass Hunger und Armut im Land zunehmen. Laut Angaben der Welternährungsorganisation WHO lebt fast die Hälfte der indonesischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Nach der indonesischen Statistik sind es „nur“ 20 Prozent, das bedeutet 40 Millionen Menschen. Und als arm gelten da nur Leute, die sich die tägliche Reismahlzeit nicht mehr leisten können, sondern von Futtermais und Aking leben müssen. Aking sind getrocknete Reisabfälle von Hotels und Restaurants, die billig verkauft werden. 20 Prozent der Kleinkinder im Land sind unterernährt, und alle zwei Stunden stirbt eine Frau bei der Geburt ihres Kindes.

Ein Dollar pro Tag: Die indonesischen Behörden geben zu, daß 37 Millionen Bürger unterhalb der Armutsgrenze leben. Das angesetzte Existenzminimum ist allerdings mit dem in Europa nicht vergleichbar. Je nach Quelle (UNO oder indonesische Regierung) gelten Beträge zwischen 0,80 bis 1,2 US-Dollar pro Tag als derartige Grenze.