Sonderprojekt für nepalesisches Mädchen Tashi

Wenn die Mama stirbt, bleibt kein Geld für die Schule.

Eine dreifache Mutter aus Österreich hilft dem nepalesischen Mädchen Tashi, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.

Liegt das Helfen in den Genen?

Mein Name ist Renata Speckl und ich helfe seit über 20 Jahren Kindern auf der ganzen Welt. Ich kann mich noch als Kind daran erinnern, wie meine Mama immer kranke oder bedürftige Kinder unterstützt hat, obwohl sie nie viel Geld hatte. Ich bin in einer einfachen Arbeiterfamilie in der Slowakei aufgewachsen. Für meine Mama war es selbstverständlich, von dem Wenigen, das sie besaß, noch etwas an fremde Kinder zu spenden. Trotz der finanziellen Knappheit hat sie nie einen Mangel verspürt. Im Gegenteil: Sie fühlte sich gesegnet, andere unterstützen zu können. Es wurde mir also in die Wiege gelegt, und so hatte ich im Laufe der Jahre mehrere Patenkinder, momentan sind es fünf auf drei Kontinenten. Diese Kinder wurden durch zwei große Hilfsorganisationen vermittelt. Wir schreiben uns Briefe oder Mails, und im Sommer werde ich eines von ihnen, Fabian, in Paraguay besuchen.

Dann hörte ich von Tashi. Und wusste: Ich muss helfen.

Vor ca. eineinhalb Jahren hatte ich das Bedürfnis, noch persönlicher zu helfen. Ich habe „Straßenkinder Nepal“ gegoogelt und bin dabei auf Sahayata gestoßen. Als ich gelesen habe, wie direkt hier geholfen wird, habe ich sofort beschlossen, mich zu engagieren. Ich wurde von den wunderbaren Frauen von Sahayata herzlich empfangen, und schon bald habe ich mich an der Beschaffung einer Batterie für die Solaranlage in Sundarijal beteiligt. Mein Herz wurde aber erst richtig weich, als ich von einem Mädchen hörte, dessen Mama bei der Geburt des Geschwisterchens gestorben ist. Das Baby ist leider ebenfalls verstorben. Man kann sich kaum ausmalen, dass der Krankentransport und die vergebliche ärztliche Hilfe zusätzlich zum psychischen Trauma auch eine echte finanzielle Belastung für die Familie bedeuteten. Die Situation war so schwierig, dass der Vater die notwendigen Mittel für die Schulgebühren seiner Tochter nicht auftreiben konnte. Ich selbst habe eine Tochter und zwei Söhne, alle im Teenageralter und nicht immer froh darüber, in die Schule gehen zu müssen. Dieses Mädchen, Tashi, würde ohne Schulbildung in der Armut enden. Also überlegte ich nicht lange und übernahm die Schulgebühren für dieses Jahr und auch für die kommenden Jahre, bis Tashi auf eigenen Beinen steht.

Wenn jede Stunde zählt, darf Hilfe nicht warten.

Wie direkte Hilfe gelebt wird, habe ich auch gesehen, als Sahayata bei der verheerenden Überschwemmung in Nepal vor ein paar Wochen sofort reagierte und Spenden sammelte. Als ich ein paar Tage später ein Mail mit den Fotos der Hilfsaktion bekommen habe, wurde mir noch mehr bewusst, wie direkt Sahayata hilft. Ohne bürokratische Hürden, einfach nur schnell und von Herzen.

Mein größter Traum trägt den Namen meiner Mama.

Ich kann mir ein Leben ohne Hilfe für benachteiligte Kinder nicht vorstellen. Meine große Vision ist es, in Nepal ein eigenes Kinderdorf für 64 Straßenkinder und 8 Ersatzmamas zu bauen, benannt nach meiner inzwischen verstorbenen Mama „Greta – das Dorf der strahlenden kleinen Lichter“. Ich teile diesen Traum mit meinen Kindern und bin unendlich dankbar, ihnen ein Vorbild zu sein. So wird auch die nächste Generation gern helfen und dieses wunderbare Gefühl erleben, bedingungslos zu geben.